Radiästhesie PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 12. Oktober 2006 um 22:33 Uhr

WünschelruteRadiästhesie - unter diesem wissenschaftlich klingenden Begriff verbirgt sich nichts anderes als das Wünschelrutengehen, das dem Okkultismus zuzurechnen ist. Der Begriff leitet sich ab von lat. radius = Strahl und griech. aisthesis = Sinneswahrnehmung. „Strahlenfühlige” Menschen behaupten von sich, sie könnten mit einem einfachen Instrument, der - seit dem Mittelalter bezeugten - Wünschelrute, unsichtbare Objekte und „Strahlungen” auffinden. Dabei wird häufig argumentiert, die Wünschelrute sei soetwas wie eine „Antenne” oder ein Anzeieinstrument und der Mensch so etwas wie ein Empfänger.


Das esoterische Konzept des Wünschelrutengehens geht von einer „Fühligkeit” des Menschen für okkulte (den normalen Sinnen verborgene) Phänomene aus. So wird erzählt, dass mittels eines bei Vollmond von einem Haselstrauch geschnittenen Y-förmigen Zweigs Bergleute nach Erzadern gesucht hätten. Natürlich wurde diese „Fähigkeit” als „Geheimwissen” gehütet und nur an wenige „Eingeweihte” weitergegeben. Geht man, die Wünschelrute wie in obigem Bild dargestellt, über eine bestimmte Fläche, so soll der Ausschlag der Wünschelrute, d.h. das ruckartige Schwingen der Rute nach oben oder nach unten, den Nachweis dafür geben, dass genau darunter z.B. eine Erzader, eine Wasserader eine Verwerfung oder ein Gesteinsbruch unter der Erdoberfläche befindet.

Heute steht allerdings nicht mehr die Suche nach Bodenschätzen oder Wasser für einen Brunnen im Vordergrund des Bemühens der Radiästheten, vulgo Rutengänger.

Seitdem ein gewisser „Naturforscher” Gustav Freiherr von Pohl Ende der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts die bayrische Stadt Vilsbiburg mit der Wünschelrute in der Hand untersuchte und dabei jede Menge „Wasseradern” feststellte, kam er zu dem Schluss, dass von diesen gesundheitsschädliche  „Erdstrahlen”  ausgiingen. Wehe den Leuten die ihr Haus über einer solchen Wasserader gebaut hatten und womöglich genau über einer solchen Ader das Bett im Schlafzimmer stand. Sie würden über kurz oder lang gesundheitlichen Schaden erleiden, ja sogar als entscheidende Ursache für Krebs wurde die „Wasserader” und die „Erdstrahlung” verantwortlich gemacht.

Seither gibt es eine Heerschaar von Rutengängern, Pendlern und „Baubiologen”, die diie Furcht der Menschen von diesen krankmachchenden, unsichtbaren Strahlungen aus der Erde kommerziell ausnutzen und ihre Dienste gegen Bezahlung anbieten. Sie können nicht gut einschlafen? Sie schlafen unruhig und wachen morgens wie gerädert auf? Bestellen Sie einen Rutengänger ins Haus, wetten, dass er genau unter Ihrem Bett eine „Wasserader” findet? Der Rutengänger wird Ihnen dann empfehlen, entweder das Bett auf einen „guten” Platz außerhalb der Wirkung der Wasserader zu verschieben, oder aber - für einen saftigen Preis - ein „Entstörgerät” oder eine - ganz spezielle - Bettunterlage anbieten, die den Schlafplatz „harmonisiert” und vor schädllicher „geopathogener” Strahlung abschirmt. Und wetten - Sie werden danach besser schlafen. Schließlich haben Sie für den Rutengänger und die Abschirmung viel Geld ausgegeben. Es könnte aber auch sein, dass Sie dann erst recht unruhig schlafen, weil Sie im Traum immer an Ihr Bankkonto denken müssen...

Die Radiästhesie wird von Ihren Vertretern gerne als „Wissenschaft” bezeichnet. Diesen wissenschaftlichen Anspruch kann sie nicht erfüllen. Sie ist eindeutig den Pseudowissenschaften zuzuordnen.  Denn  entgegen der Überzeugung der Rutengänger hat der Ausschlag der Rute oder des ebenfalls gern verwendeten Pendels nichts mit paranormaler Feinfühligkeit zu tun. Der Ausschlag wird vielmehr durch ideomotorisch induzierte Muskelimpulse ausgelöst: Allein die Vorstellung einer Bewegung - beispielsweise das Schwingen eines Pendels in eine bestimmte Richtung - führt zu geringfügigen, bewusst nicht registrierten Bewegungsimpulsen in jenen Muskeln, die zur Verwirklichung dieser Vorstellung erforderlich sind (Carpenter-Effekt). Darüber hinaus spielen rhythmische Impulse aus Muskeltonusänderungen eine Rolle.

Fest steht: Die Radiästhesie ist widerspricht fundamental heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und von Rutengängern erstellte „radiästhetische Gutachten” sind wissenschaftlich gesehen wertlos.







Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 09. November 2012 um 00:10 Uhr