Die Wurzeln des „Trad Jazz” PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Samstag, den 06. November 2010 um 22:13 Uhr

Pickled Onions Jazz Band mit „Special Guest” Johannes K. Rücker. Foto: LVHS

Der Jazz entstand Anfang 1900 in den USA, vor allem in New Orleans und verband afro-amerikanische Musikelemente mit europäischer Marschmusik. Historische Vorbilder waren die Musik der Marching Bands, Hymnen, Negro Spirituals und Blues, aber auch Folksongs und Shanties sowie als unmittelbarer Vorläufer der Ragtime.


Seit etwa 1910 verbreitete sich der Jazz von New Orleans - zunächst nur von schwarzen Musikern, später auch von weißen Musikern gespielt, über die USA, und dann in der ganzen Welt. Die heutige Rock- und Pop-Musik wurde vom Jazz beinflusst und ohne den Jazz gäbe es sie in dieser Form wohl nicht.


Dabei entwickelte sich der Jazz in den letzten 100 Jahren immer weiter und brachte unterschiedliche Stilrichtungen und immer wieder ganz besondere Musikerpersönlichkeiten hervor. Die im Folgenden kurz umrissenen Stile des Jazz lassen sich natürlich nur grob zeitlich datieren, und wenn eine neue Stilrichtung aufkam und populär wurde, hieß das nicht, dass die „alten” Richtungen aufgehört hätten zu existieren.


  • New Orleans Jazz und Dixieland (ca. 1900 - 1920) mit Musikern wie Buddy Bolden, Bunk Johnson, Joe „King” Oliver, Bessie Smith oder George Lewis, Kid Ory und nicht zuletzt Louis „Satchmo” Armstrong, der den Jazz populär machte und auch in den folgenden Jazz-Epochen eine Leitfigur war. Eine traditionelle New-Orleans Band bestand aus folgenden Instrumenten: Die Trompete, die das jeweilige Thema des Musikstücks ausdrückte, die Klarinette, die girlandenartig das Thema umspielte, die Posaune, die den Kontrapunkt zum Spiel der Trompete und Klarinette setzte. Die Rhythmusgruppe bestand aus Banjo, Kontrabass und Schlagzeug. Das Kollektivspiel (Chorus) wechselte sich mit Improvisationen und Soli auf den einzelnen Instrumenten ab. Während in New Orleans, der „Wiege des Jazz”, es überwiegend schwarze Musiker waren, die in Kneipen, Ballhäusern - und auch im Rotlichtmillieu - spielten, griffen ab etwa 1910 auch weiße Musiker den Jazz auf. Ihr Spiel war meist eleganter, aber auch komerzieller als der New Orleans Jazz und stärker und eine von mehr Show-Effekten durchzogene Unterhaltungsmusk.


  • Chicago-Style und Kansas City Style (ca. 1920 - 1930): Während die Jazzer in New Orleans zumeist sich mit Jazzmusik eiin „Zubrot” zu ihren eigentlichen Berufen verdienten, machten in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zahlreiche Jazzmusiker ihre Musik zum Beruf und gingen nach Chicago, Kansas City oder New York, aus dem einfachen Grund, dass sie dort mehr Geld verdienen konnten. Das neue Medium Schallplatte und Rundfunk trug nicht zuletzt zur steigenden Popularität des Jazz als Unterhaltungs- und Tanzmusik bei. War der New-Orleans überwiegend eine von Schwarzen gespielte Musik, die zumeist Autodidakten auf ihren Instrumenten waren,  so spielten in Chicago, Kansas City und New York zunehmend auch weiße Musiker, die in der Regel über eine musikalische Ausbildung verfügten. Im Gegensatz zum ursprünglichen New Orleans Stil war diese Musik professioneller und intensiver. Auch wurden die Jazzbands personell größer, Klavier, Gitarre und Saxophon kamen als weitere Instrumente hinzu. Die Prohibition in den USA ließ vor allem den Jazz in den illegalen Kneipen florieren. Bekannte Musiker dieser Zeit waren - natürlich weiterhin - Louis Armstrong, der mit seinem virtuosen Trompetenspiel den Jazz auch in den folgenden Jahrzehnten beeinflusste, sowie Sidney Bechet, Fletcher Henderson, Coleman Hawkins, Bix Beiderbecke, Frankie Trumbauer Jelly Roll Morton, Paul Whiteman, Luis Russell und der junge Duke Ellington.


  • Swing (ca. 1930 - 1940):  Die dreißiger Jahre waren die große Zeit des Swing. Die Bandbesetzungen wurden größer bis hin zur Big Band. Das bedeutete, dass insbesondere bei den Bläsern (Trompete, Klarinette, Posaune, Saxophon) die Instrumente in mehrfacher Besetzung gespielt wurden. Der Swing wurde zur vorherrschenden Tanzmusik in den USA und darüber hinaus.

    - Wird fortgesetzt -







Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 09. November 2012 um 00:05 Uhr