Ken Colyer PDF Drucken E-Mail

Ken Colyer

Der britische Jazzmusiker Ken Colyer (1928 - 1988) hat den traditionellen Jazz im New-Orleans-Stil in Europa stark beeinflusst.

 

Die Musik von Ken Colyer und seinen Jazzmen und seiner Skifflegroup hat mich – fast von Kindesbeinen an – fasziniert und geprägt. Es begann damit, dass mein ältester Bruder Norbert, ebenfalls vom traditionellen Jazz infiziert,  in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts einige Schallplatten von Ken Colyer kaufte. Ich muss damals 6 oder 7 Jahre alt gewesen sein. Ich weiß nicht mehr wie oft wir diese schwarzen Scheiben auf den Plattenteller legten und uns die Titel wie „Sheik of Araby“, „Tiger Rag“ und andere anhörten. Ja und seitdem gehört Ken Colyer zu meinen Lieblingsmusikern des traditionellen Jazz im New-Orleans-Stil.

 

Später habe ich eigentlich alle Schallplatten, die von Ken und seinen Jazzmen auf dem Markt waren, gekauft. Mittlerweile habe ich die schwarzen Scheiben digitalsiert und auf CD gebrannt bzw. als mp3-files abgespeichert, um sie zu hören, wann und wo ich dazu Lust habe. In den 70er Jahren hatte ich dann Gelegenheit, Ken Colyer life zu erleben, bei einem Konzert in der Mensa der Ruhruniversität Bochum, an der ich von 1969 bis 1972 studierte oder bei einer „Jazz Band Battle“ in der Dortmunder Westfalenhalle.

 

Ken Colyer wurde am 18. April 1928 in Great Yarmouth, Norfolk geboren. Als Autodidakt brachte er sich selbst  bei, Gitarre und Trompete zu spielen. 1949 war er zusammen mit seinem Bruder Bill Colyer einer der Gründungsmitglieder der Crane River Jazz Band, die er 1951 wieder verließ, um als Seemann zur Handelsmarine zu gehen. So kam er auch nach New Orleans, wo er mit verschiedenen bekannten Musikern der Jazzszene spielte, so u. a. mit dem Klarinettisten George Lewis auftrat. 1953 kehrte er nach England zurück und gründete zusammen mit Monty Sunshine, Chris Barber, Lonnie Donegan und anderen die Ken Colyer's Jazzmen & Skiffle Group. Ken Colyer schied aber schon nach einem Jahr aus der Band aus, da er sich mit seinen Musikern über die Stilrichtung der Band überwarf und gründete eine neue Formation, die sich Ken Colyer’s Jazzmen nannte. Die alte Formation benannte sich in Chris Barber's Jazzband um, den Part der Trompete übernahm Pat Halcox. Die Barber Band wurde dann in den fünfziger Jahren international sehr populär und produzierte mit „Ice Cream”, „Wild Cat Blues” und „Petite fleur“ Single-Schallplatten, die zu Millionensellern wurden.

 

Aber auch Ken Colyer hatte mit seinen neuen Jazzmen, zu denen  u.a. Geoff Cole (Posaune), Ian Wheeler (Klarinette), Johnny Bastable (Banjo), Ron Ward (Kontrabass) und Colin Bowden (Schlagzeug) gehörten, großen Erfolg und spielte zahlreiche Platten ein. Es entstand der bis heute unvergessene Sound mit Ken's einmaligen typischen Gesang.



Auch in den 60ern und 70ern war Colyer weiterhin mit vielen eigenen Bands aktiv und gründete auch ein eigenes Plattenlabel (KC Records). Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde er dann Leader der All-Star Jazzmen. Auch von dieser Formation gibt es Schallplatten.
Krankheitsbedingt beendete Ken Colyer seine Laufbahn als Jazzmusiker und verbrachte seine letzten Jahre in Frankreich. Am 8. März 1988 starb er dort an einem Krebsleiden. Was unvergessenbleibt, ist freilich sein ganz besonderer, ursprünglicher Jazzstil und für alle Freunde dieser Musik gibt es auch heute noch CDs und auch manche Video-Aufnahmen von Ken und seinen kongenialen Jazzmusikern, z.B. auf  www.youtube.de.

 

Auf dieser Seite wird in Kürze mein Ken-Colyer-Schallplattenarchiv veröffentlicht.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 01. November 2012 um 12:22 Uhr